Dienstag, 6. Mai 2008

Downtown Kiew

Noch bin ich euch ja immer noch meine Erlebnisse in der Innenstadt schuldig... Diese Schuld möchte ich mit diesem Post gern begleichen. :-) Am Wochenende hab ich das dann vor lauter Arbeiten (und Ausruhen ;-) leider doch nicht mehr geschafft.

Bisher habe ich ja (leider erst) 2 Touren ins Zentrum gemacht, aber da am Freitag hier mal wieder Feiertag ist (der geneigte Leser vermag zu erkennen, was es am 09.05. vor 63 Jahren zu feiern gab :-), denke ich am WE folgt Nr. 3.

Die ersten Eindrücke durfte ich also am Osterwochenende mit Oxana und Irina, Verwandten von Freunden, sammeln. Die beiden haben wirklich ein Super-Reiseführer-Team abgegeben, sodass ich viel viel neues über Kiew und die Ukrainer erfahren habe.

Nach einem kurzen Besuch in einem Park (ja ich weiß, der hat auch nen Namen...) und dem Präsidentenpalast incl. Langzeitdemonstranten davor, sind wir zur Andreaskathedrale gefahren.

Am meisten beeindruckt hat mich an diesem Tag aber das Lawra-Höhlenkloster, das bereits im 11. Jh. gegründet wurde und einen DER zentralen Orte der osteuropäischen, orthodoxen Kirche darstellte und immer noch darstellt. Anfangs lebten und beteten die Mönche ausschließlich in selbst gegrabenen Höhlen, um so ganz mit Gott allein sein zu können - wem's gefällt. Über die Zeit wuchs das Klostergelände aber immer weiter und heute findet sich darauf eine Vielzahl prächtiger Kirchen und sonstiger Gebäude. Unter anderem den mit 96,5m höchsten, freistehenden Glockenturm des ehem. Russischen Reiches, von dem man einen wunderbaren Blick über ganz Kiew hat.

Eine weniger weite Aussicht bot dann die Besichtigung der Höhlen selbst, um die sich eine Vielzahl von Mythen und Legenden ranken. So soll einst z.B. ein unterirdisches Tunnelsystem das Lawra-Kloster mit Moskau, Smolensk und Nowgorod verbunden haben (da haben die Mönche dann aber ein "paar Meter" Erde weggeschaufelt) und es soll noch immer irgendwo ein sagenhafter Goldschatz versteckt sein.

Zu der mystischen Atmosphäre trägt bei, dass die Höhlen nur durch Kerzenschein beleuchtet sind, aus Gängen bestehen, die ungefähr 2m hoch und 1,30m breit sind und es eine Vielzahl von mumifizierten Mönchsleichen in gläsernen Särgen zu betrachten gibt. Dieser Mumifizierungs-Prozess ist übrigens das nächste Mysterium, da die Leichen nicht einbalsamiert wurden und viele auch einfach "normal" verwesten. Denjenigen, die nach einigen Jahren mumifiziert aufgefunden wurden, sagte man daher nach, besonders gläubig gewesen zu sein.

Apropos... Diejenigen Mönche, denen das pure Beten ohne Tageslicht zu langweilig war, haben sich kurzerhand einen eigenen kleinen Seitenraum gegraben. Dieser wurde dann (mit Mönch) zugemauert und nur ein kleines Guckloch freigelassen, in das die Kollegen ihm dann täglich Wasser und Hostien gestellt haben. So fristete der Gute dann seines Einsiedlerdaseins und wenn dann eines Tages mal das Dinner vom Vortag noch dastand, wussten die anderen, dass er gestorben war und haben kurzerhand das Loch auch zugemauert - fertig. So, jetzt aber genug Gruselgeschichten für heute Abend...

Nachdem uns die Sonne wieder hatte, sind wir noch Essen gefahren - (natürlich) Schaschlik, leeeeeckaaaaa und danach zurück zu meinem gelb lackierten zu Hause. :-)

Ich denke, ich hab euch jetzt erstmal mit genug Text belastet und hebe mir Tour 2 für einen nächsten Post auf. Diesen gibts dann auch wieder mit Fotos direkt dabei.

Ansonsten geht's mir gut so weit, meine Diplomarbeit kommt so langsam in Fahrt (wird ja auch Zeit..) und die Tage vergehen wie im Fluge.

Viele Grüße vom wieder kälter werdenden Kiew in das wohl sehr sommerliche (?) Deutschland.

Kommentare:

Flo hat gesagt…

so nen Kloster ist ja genau mein Ding !!
Die ganzen Mythen und Legenden....sehr interessant !!

Und ja es ist hier sommerliche, glatte 28 Grad Kaiserwetter sind angesagt !!!

Gruß und schönen Feiertag !!!

Flo

Bernd hat gesagt…

Guude,

sehr interessant! Ich sitze gerade bei einem "Frühcafé" in unserer Ferienwohnung auf Föhr. Ich hoffe Du bist wohlauf - die Kösters schicken Dir ein paar Sonnenstrahlen nach Kiew...

bis bald - Bernd und seine verschlafene Sippe

(metroparkhote)l.h. hat gesagt…

Servus nach Kiew,
lese voller Interesse, dass es Dir gut geht! Schön...
Uns auch, Antonia und ich sind seit Montag in far east und geniessen die Tage sehr.
Heisse 30Grad und in den nächsten Tagen viele Inseln mit Strand.
Dir weiter alles Gute, über die BWL-Zahlen unterhalten wir uns bei Gelegenheit mal...:-)
Liebe Grüße aus Hongkong
Antonia und Lutz

Anonym hat gesagt…

Hi,
das ist ja toll, dass wir teilhaben dürfen an deinen neu gewonnene Erlebnissen und Eindrücken. - Danke!
Ein wenig klopft Fernweh bei mir an.
Es hat gerade mal wieder ein wenig abgekühlt hier in der Wetterau, was ich sehr genießen kann. Aber der Himmel ist blau, die Sonne scheint, ...
Bis bald, ich freu mich auf neue Bilder und mehr
Viele Grüße
Dagmar

Conny hat gesagt…

Hi Großer,
hier ein paar ganz liebe Grüße aus "good old Rosbach". Habe dort jetzt auch ein Büro (sehr schön übrigens)und bin zwei mal in der Woche dort und drei Tage in Hungen.

Freue mich, dass es dir gut geht und werde weiterhin dein "Tagebuch" verfolgen.

Es grüßt Conny und selbstverständlich auch Andi

Inga hat gesagt…

Hola Lolo!

Hoffe dir geht's gut. Man hört gar nichts mehr von dir...
Hast wahrscheinlich so viel zu tun und kommst nicht so oft ins Internet- Café, oder?

Liebe Grüße,

Inga