Einmal mehr Hallo aus dem immer noch freundlich warmen Hong Kong!
Erstmal vielen lieben Dank für all die tollen Kommentare - so macht das Schreiben gleich mehr Spaß. Nur weiter so...
Seit letztem Dienstag bin ich aus Shanghai zurück - ein paar wunderschöne Tage im "richtigen" China. Unter anderem waren wir auf der höchsten Aussichtsplattform der Welt im World Financial Center, das erst Ende August eröffnet wurde. Ziemlich lustige Sache: Durch Glasplatten im Boden kann man bequem die gesamten 492m strack nach unten schaun. ;-)
Aber ich wollte ja noch von meinen sprachlichen Fortschritten berichten... Hier in HK (und der Provinz rundherum + einigen weiteren kleinen Flecken) wird wie gesagt Kantonesisch gesprochen während in Shanghai und weiten Teilen Festlandchinas Mandarin die offizielle Amtssprache ist. Das Ganze unterscheidet sich wie folgt:
Im Mandarin wurden im maoistisch-kulturrevolutionären Eifer die traditionellen, komplizierteren Schriftzeichen "vereinfacht", während im Kantonesischen nach wie vor traditionell geschrieben wird. Die Schriftzeichen selbst bedeuten alle das Gleiche. Somit kann ein Kantonese (einigermaßen) das lesen, was ein Festlandchinese geschrieben hat und umgekehrt. Mit dem Sprechen sieht's jedoch ganz anders aus: Es gibt zwar einige Ähnlichkeiten in der Aussprache, aber auch Wörter die mal GAR NICHTS miteinander zu tun haben. Mandarin wird seit der Rückgabe an China hier in HK als 2. Fremdsprache unterrichtet - zum Leidwesen des Tourismus, da es somit immer weniger Englisch-Sprachler gibt.
Für beide Sprachen wichtig (und für Europäer die größte Hürde): Der Ton macht die Musik... Im Mandarin gibt es 4 verschiedene Möglichkeiten eine Silbe zu betonen, die oftmals alle mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt sind. So kann "yi" je nach Betonung z.B. bewegen, Kette, 1 oder 100.000 Mio. heißen (Vorsicht beim bestellen ;-). Im Kantonesischen sind's dagegen mal eben NEUN (!) - somit wäre auch erklärt, warum ich Mandarin lerne, obwohl's mir für hier kaum was bringt... Mir sind die 4 schon 2,5 zu viel. Soviel zur Theorie, ich hoffe das hat soweit alles gestimmt.
In meinen 4 Tagen Mandarin-Land habe ich u.a. folgende Erfolgserlebnisse vorzuweisen:
- Bei McD eine Cola (kele) statt des komischen Frucht-Bohnen-Sahne Shakes im Menü bestellt
- Im Flieger ein Bier (pijou)
- Verstanden, was der Maronen-Mann für eine Tüte haben wollte (15)
- Chinesen am People's Square erzählt, dass ich Deutscher bin (Deguoren)
Also wie man sieht nicht wirklich viel - aber für den Anfang. :-)
@lh: 1) Wo genau jetzt so? Die Hollywood Road ist lang :-) 2) Bin ja fast selbst etwas schockiert über die Philippinos/Chinesen - wusste gar nicht worüber du redest, weil das inzwischen quasi selbstverständlich ist. Tja, das war noch einer der ganz frühen Schnappschüsse, wo ich mir noch keine Gedanken über die Hintergründe dieser Massenpicknicks gemacht hatte - ist korrigiert. Und laut isses da wirklich ;-)
Stimmung: Wie jetzt?? Auch noch studiern?
Wetter: Still summer, baby...
Gesamtlage: Läuft.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Freitag, 10. Oktober 2008
Da isser wieder...
Also daran, dass ich von Langeweile gequält in meinem Kämmerchen sitze und Solitär
spiele liegts sicherlich nicht (auch wenn das ja anscheinend hier vermutet wird ;-). Und NATÜRLICH hab ich Zeit für dich mein Dirk! Mich deucht das wird gut...
Der Grund für die Funkstille ist eher darin zu sehen, dass ich mir gedacht habe nach so nem anstrengenden Monat des harten Studierens, sollte man es sich auch "mal" gut gehen lassen. Dann kam noch der chinesische Nationalfeiertag letzte Woche dazu und ehe ich mich umschauen konnte saß ich mit meiner lieben Freundin im Flugzeug gen Philippinen.
Der Plan war nachmittags in Manila zu landen, ein Bisschen Sehenswürdigkeiten und Nachtleben auszukundschaften und dann früh früh morgens weiter in Richtung tropisches Paradies zu fahren - so viel zum Plan. Dem entgegen stand dann nur, dass Manila... ich sag jetzt mal.... nicht unbedingt eine der einladendsten Städte für auf 500m erkennbare westliche Fremdlinge ist. Security Guards mit automatischen Waffen und Bombenkontrolle bei der Anfahrt im Taxi auf Hotels sprechen denke ich für sich. Und die entsetzt-verstaunten Blicke unserer Hotelreceptionistin auf die Frage wo wir denn zum Abendessen hingehen könnten gepaart mit dem Griff nach dem Lieferservice-Ordner sowieso. :) Dem entgegen stand, dass auf unserer (kleinen) nächtlichen Tour dann ausnahmslos ALLE trotz größter Armut ungemein freundlich und hilfsbereit waren. Und nach nem halben Tag sollte man sich wirklich kein Urteil bilden.
Der zweite Teil des Plans war dann also am nächsten Morgen um 06:30 (wann war ich denn das letzte mal derartig unchristlich früh wach???) mit dem Kleinbus in Richtung Küste zu fahren (ca. 2-3 Std.) und von da dann auf die Nachbarinsel Mindoro überzusetzen (ca. 1 Std.), wo wir ein nettes Zimmer am Strand gebucht hatten. Als wir endlich sämtliche Mitfahrer an unterschiedlichen Hotels aufgesammelt hatten, bekam der Fahrer aber einen Anruf und erklärte uns danach der Trip wäre gecancelt weil wegen Taifuns (warum eigentlich immer ich????) heute keine Boote ablegen würden.
Geknickt kamen wir also wieder im Booking Office unseres Resorts an und erörterten die verschiedensten Möglichkeiten von "noch einen Tag im verregneten Manila warten", "einen Flug nach Süden suchen, wo das Wetter besser ist" oder "zurück nach HK fliegen (wo das Wetter AUCH besser ist - GRML). Als wir eigentlich alles als Schwachsinn abgetan hatten, erreichte uns die Nachricht von 2 Kommilitoninnen von mir, die unabhängig von uns zum Hafen gefahren waren: Es fuhren zwar keine offiziellen Fähren, aber für 3500 Pesos (ca. 55 EUR) hätten sie jemanden, der uns privat rüberfährt.
Aufgrund des oben dargestellten Mangels an sinnvollen Alternativen (auch den Regentag in einer Sauna/Spa zu verbringen fiel übrigens flach, weil Google da irgendwie nur ganz ganz komische andere Sachen fand :-), schauten wir uns nur kurz an und waren schon auf dem Weg zum Linienbus Richtung Hafen. 2 Stunden Busfahrt, 1 Stunde Verhandlungen und gefühlte 7 Stunden Jeepney-Taxi-Fahrt 3 Buchten weiter saßen wir dann auch endlich auf unserem eigenen Boot. Vorher hatten wir uns noch überlegt, welche unserer Gepäckstücke wohl schwimmen und welche untergehen würden, nachdem die Nussschale gekentert ist - alles vergebens. Denn a) war das Boot richtig richtig groß (dafür haben die cleveren Philippinos uns sicherheitssüchtigen Europäern auch gleich nochmal etwas mehr aus der Tasche gezogen) und vor allem b) war zwar der Himmel etwas grau, aber von Regen geschweige denn Wind oder ner Welle größer als auf den Poller Wiesen am Rhein war weit und breit keine Spur...
Somit kamen wir mit ca. 6 Stunden Verspätung dann doch noch in unserem tropischen Inselparadies an und hatten ein paar extrem entspannte und tolle Tage. Obwohl alle Wetterseiten durchgehend bis Abreise Gewitter prophezeit hatten, war nach unserem Anreisetag nur hier und da mal ein Wölkchen zu sehen und sonst verwöhnten uns Sonne und blauer Himmel. Das ganze dann gepaart mit einem rundum-sorglos-Service, Bier für 0,80 und Cocktails für 2-3 EUR (in der Happy Hour die Hälfte) taten den Rest... (also nicht, dass ich jetzt neuerdings Alkohol trinken würde oder so). Die Bilder finden sich rechts unter dem entsprechenden Link - aber auch bei HK sind ein paar neue dabei. Und auch auf das Blog-Gemeinschaftswerk zweier ebenfalls antialkoholisch-vegetarisch orientierter Kommilidingens in Santa Barbara, USA und Ekaterinburg, Russland sei hier verwiesen.
Ansonsten gehts mir auch prima. Gestern hatte ich meinen ersten Mandarin-Test, für den ich mal eben die gesamten Vokabeln nachlernen musste - was ziemlich viel ist, da unserer MainlandChina-Lehrerin ein Tempo vorlegt, gegen das das chinesische BIP-Wachstum nur müde lächeln kann. Aber selber Schuld, wenn man sich auch auf irgendwelchen Inseln rumtreiben muss...
Ein weiterer Ansporn zum Lernen war aber die Tatsache, dass ich das Gelernte jetzt gleich mal ein wenig anwenden kann. (In HK wird kantonesisch gesprochen, was vom Schriftbild zwar recht ähnlich ist, aber sprachlich rein gar nichts mit Mandarin gemein hat.) Da ich aber übers Wochenende bei meiner Freundin in Shanghai weile, werd ich mal schauen ob man meine komische Akzent-Betonung hier versteht... Ich werde berichten, ob das Lernen was gebracht hat!
Stimmung: Koffer-raus-Koffer-rein
Wetter: Ach so fühlen sich normale Temperaturen an?
Gesamtlage: Hen hao! (sehr gut)
Der HaKaHa
spiele liegts sicherlich nicht (auch wenn das ja anscheinend hier vermutet wird ;-). Und NATÜRLICH hab ich Zeit für dich mein Dirk! Mich deucht das wird gut...
Der Grund für die Funkstille ist eher darin zu sehen, dass ich mir gedacht habe nach so nem anstrengenden Monat des harten Studierens, sollte man es sich auch "mal" gut gehen lassen. Dann kam noch der chinesische Nationalfeiertag letzte Woche dazu und ehe ich mich umschauen konnte saß ich mit meiner lieben Freundin im Flugzeug gen Philippinen.
Der Plan war nachmittags in Manila zu landen, ein Bisschen Sehenswürdigkeiten und Nachtleben auszukundschaften und dann früh früh morgens weiter in Richtung tropisches Paradies zu fahren - so viel zum Plan. Dem entgegen stand dann nur, dass Manila... ich sag jetzt mal.... nicht unbedingt eine der einladendsten Städte für auf 500m erkennbare westliche Fremdlinge ist. Security Guards mit automatischen Waffen und Bombenkontrolle bei der Anfahrt im Taxi auf Hotels sprechen denke ich für sich. Und die entsetzt-verstaunten Blicke unserer Hotelreceptionistin auf die Frage wo wir denn zum Abendessen hingehen könnten gepaart mit dem Griff nach dem Lieferservice-Ordner sowieso. :) Dem entgegen stand, dass auf unserer (kleinen) nächtlichen Tour dann ausnahmslos ALLE trotz größter Armut ungemein freundlich und hilfsbereit waren. Und nach nem halben Tag sollte man sich wirklich kein Urteil bilden.
Der zweite Teil des Plans war dann also am nächsten Morgen um 06:30 (wann war ich denn das letzte mal derartig unchristlich früh wach???) mit dem Kleinbus in Richtung Küste zu fahren (ca. 2-3 Std.) und von da dann auf die Nachbarinsel Mindoro überzusetzen (ca. 1 Std.), wo wir ein nettes Zimmer am Strand gebucht hatten. Als wir endlich sämtliche Mitfahrer an unterschiedlichen Hotels aufgesammelt hatten, bekam der Fahrer aber einen Anruf und erklärte uns danach der Trip wäre gecancelt weil wegen Taifuns (warum eigentlich immer ich????) heute keine Boote ablegen würden.
Geknickt kamen wir also wieder im Booking Office unseres Resorts an und erörterten die verschiedensten Möglichkeiten von "noch einen Tag im verregneten Manila warten", "einen Flug nach Süden suchen, wo das Wetter besser ist" oder "zurück nach HK fliegen (wo das Wetter AUCH besser ist - GRML). Als wir eigentlich alles als Schwachsinn abgetan hatten, erreichte uns die Nachricht von 2 Kommilitoninnen von mir, die unabhängig von uns zum Hafen gefahren waren: Es fuhren zwar keine offiziellen Fähren, aber für 3500 Pesos (ca. 55 EUR) hätten sie jemanden, der uns privat rüberfährt.
Aufgrund des oben dargestellten Mangels an sinnvollen Alternativen (auch den Regentag in einer Sauna/Spa zu verbringen fiel übrigens flach, weil Google da irgendwie nur ganz ganz komische andere Sachen fand :-), schauten wir uns nur kurz an und waren schon auf dem Weg zum Linienbus Richtung Hafen. 2 Stunden Busfahrt, 1 Stunde Verhandlungen und gefühlte 7 Stunden Jeepney-Taxi-Fahrt 3 Buchten weiter saßen wir dann auch endlich auf unserem eigenen Boot. Vorher hatten wir uns noch überlegt, welche unserer Gepäckstücke wohl schwimmen und welche untergehen würden, nachdem die Nussschale gekentert ist - alles vergebens. Denn a) war das Boot richtig richtig groß (dafür haben die cleveren Philippinos uns sicherheitssüchtigen Europäern auch gleich nochmal etwas mehr aus der Tasche gezogen) und vor allem b) war zwar der Himmel etwas grau, aber von Regen geschweige denn Wind oder ner Welle größer als auf den Poller Wiesen am Rhein war weit und breit keine Spur...
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Somit kamen wir mit ca. 6 Stunden Verspätung dann doch noch in unserem tropischen Inselparadies an und hatten ein paar extrem entspannte und tolle Tage. Obwohl alle Wetterseiten durchgehend bis Abreise Gewitter prophezeit hatten, war nach unserem Anreisetag nur hier und da mal ein Wölkchen zu sehen und sonst verwöhnten uns Sonne und blauer Himmel. Das ganze dann gepaart mit einem rundum-sorglos-Service, Bier für 0,80 und Cocktails für 2-3 EUR (in der Happy Hour die Hälfte) taten den Rest... (also nicht, dass ich jetzt neuerdings Alkohol trinken würde oder so). Die Bilder finden sich rechts unter dem entsprechenden Link - aber auch bei HK sind ein paar neue dabei. Und auch auf das Blog-Gemeinschaftswerk zweier ebenfalls antialkoholisch-vegetarisch orientierter Kommilidingens in Santa Barbara, USA und Ekaterinburg, Russland sei hier verwiesen.
Ansonsten gehts mir auch prima. Gestern hatte ich meinen ersten Mandarin-Test, für den ich mal eben die gesamten Vokabeln nachlernen musste - was ziemlich viel ist, da unserer MainlandChina-Lehrerin ein Tempo vorlegt, gegen das das chinesische BIP-Wachstum nur müde lächeln kann. Aber selber Schuld, wenn man sich auch auf irgendwelchen Inseln rumtreiben muss...
Ein weiterer Ansporn zum Lernen war aber die Tatsache, dass ich das Gelernte jetzt gleich mal ein wenig anwenden kann. (In HK wird kantonesisch gesprochen, was vom Schriftbild zwar recht ähnlich ist, aber sprachlich rein gar nichts mit Mandarin gemein hat.) Da ich aber übers Wochenende bei meiner Freundin in Shanghai weile, werd ich mal schauen ob man meine komische Akzent-Betonung hier versteht... Ich werde berichten, ob das Lernen was gebracht hat!
Stimmung: Koffer-raus-Koffer-rein
Wetter: Ach so fühlen sich normale Temperaturen an?
Gesamtlage: Hen hao! (sehr gut)
Der HaKaHa
Freitag, 26. September 2008
Taifun Stärke 8 in Hong Kong
Tach auch! Ich spar mir ma den Entschuldigungs-Vorspann und gelobe weiter fleißig Besserung. Inzwischen hat Philipp HK verlassen, Flo ist gekommen und auch wieder gegangen - also viele Feste zu feiern: jut wars! ;-) Macau und weitere Erlebnisse bin ich hier immer noch schuldig, aber jetzt möchte ich erstmal kurz zu einem Ereignis der letzten Woche kommen: Ein kleiner Taifun kam zu Besuch in HK vorbei.
Das Ganze äußerte sich in einer ansteigenden kollektiven Unruhe den ganzen Tag über letzten Dienstag (allein in einer anderthalbstündigen Mandarin-Vorlesung wurde die Dozentin 5 mal angerufen und über die Lageentwicklung informiert ;-). Während morgens noch Taifun-Signal 1 aushing (Stand-By, Taifun 800km vor HK), wurde mittags auf 3 erhöht (Starker Wind im Victoria Harbour, Böen bis 110 km/h) und für den Abend schließlich 8 angekündigt (Sturmwind mit Böen über 180 km/h).
So kam es dann auch, was dazu führte, dass alles bewegliche auf unserem Campus reingeräumt wurde und die Fensterscheiben mit Tape vorm Splittern geschützt wurden. Die Star Ferry im Hafen stellt den Betrieb ein, Schulen und Unis ebenso und die meisten Firmen auch. Endzeitstimmung pur also (Gerüchte sprechen von Hamsterkäufen ;-).
Und während wir das muntere Treiben den ganzen Tag über noch schmunzelnd betrachteten, muss ich doch zugeben, dass es abends durchaus heftig zuging. (Kleine) Bäume wurden entwurzelt, Äste brachen ab, Straßen wurden überflutet, Metall-Mülleimer und Bushaltestellenschilder fielen um und es regnete aus Strömen. Ein richtig schöner Abend um gemütlich zu Hause zu bleiben also - eigentlich...
Denn dummerweise war dieser auch gleichzeitig Flos letzter Abend in HK, den ich ihn nicht allein ohne Internet auf seinem Zimmer verbringen lassen wollte, so dass ich mich auf den Weg zu ihm gemacht hab.
Am Anfang dachte ich noch der Spaß wäre schon vorbei und schickte mutig eines der wenigen Piraten-Taxis, das das 3fache des normalen Preises von mir wollte weg, um zur MTR (U-Bahn) zu laufen. Als ich dann 10 Sekunden später bis auf die Haut durchnässt war, weil irgendwer da oben wohl nen ganz großen Sinn für Ironie und gefüllte Eimer hat, wurde ich eines Besseren belehrt.
Aber nach einem 20-minütigen Spiesrutenlauf (meist langsam und bedächtig, aber dann wieder husch husch unter Bäumen, Schildern und dergleichen durch), erreichte ich schließlich die Bahn und der Abend konnte beginnen.
Selbiger war übrigens genau wie die ganze Woche mit dir echt ein Knaller, du Chaot! Danke, dass du den "großen Schritt" gemacht hast und hergekommmen bist.
PS: @Flö/Jens... Hast du's auf dem HK Handy probiert (Nummer rechts)? Meld mich die Tage mal. Ansonsten soll Skype auch wahre Wunder wirken. ;-)
Das Ganze äußerte sich in einer ansteigenden kollektiven Unruhe den ganzen Tag über letzten Dienstag (allein in einer anderthalbstündigen Mandarin-Vorlesung wurde die Dozentin 5 mal angerufen und über die Lageentwicklung informiert ;-). Während morgens noch Taifun-Signal 1 aushing (Stand-By, Taifun 800km vor HK), wurde mittags auf 3 erhöht (Starker Wind im Victoria Harbour, Böen bis 110 km/h) und für den Abend schließlich 8 angekündigt (Sturmwind mit Böen über 180 km/h).
So kam es dann auch, was dazu führte, dass alles bewegliche auf unserem Campus reingeräumt wurde und die Fensterscheiben mit Tape vorm Splittern geschützt wurden. Die Star Ferry im Hafen stellt den Betrieb ein, Schulen und Unis ebenso und die meisten Firmen auch. Endzeitstimmung pur also (Gerüchte sprechen von Hamsterkäufen ;-).
Und während wir das muntere Treiben den ganzen Tag über noch schmunzelnd betrachteten, muss ich doch zugeben, dass es abends durchaus heftig zuging. (Kleine) Bäume wurden entwurzelt, Äste brachen ab, Straßen wurden überflutet, Metall-Mülleimer und Bushaltestellenschilder fielen um und es regnete aus Strömen. Ein richtig schöner Abend um gemütlich zu Hause zu bleiben also - eigentlich...
Denn dummerweise war dieser auch gleichzeitig Flos letzter Abend in HK, den ich ihn nicht allein ohne Internet auf seinem Zimmer verbringen lassen wollte, so dass ich mich auf den Weg zu ihm gemacht hab.
Am Anfang dachte ich noch der Spaß wäre schon vorbei und schickte mutig eines der wenigen Piraten-Taxis, das das 3fache des normalen Preises von mir wollte weg, um zur MTR (U-Bahn) zu laufen. Als ich dann 10 Sekunden später bis auf die Haut durchnässt war, weil irgendwer da oben wohl nen ganz großen Sinn für Ironie und gefüllte Eimer hat, wurde ich eines Besseren belehrt.
Aber nach einem 20-minütigen Spiesrutenlauf (meist langsam und bedächtig, aber dann wieder husch husch unter Bäumen, Schildern und dergleichen durch), erreichte ich schließlich die Bahn und der Abend konnte beginnen.
Selbiger war übrigens genau wie die ganze Woche mit dir echt ein Knaller, du Chaot! Danke, dass du den "großen Schritt" gemacht hast und hergekommmen bist.
PS: @Flö/Jens... Hast du's auf dem HK Handy probiert (Nummer rechts)? Meld mich die Tage mal. Ansonsten soll Skype auch wahre Wunder wirken. ;-)
Mittwoch, 17. September 2008
Bürokri, Bürokro, Bürokra...
Ja da hat der Hongkonghesse aber ma wieder ein Paar Löcher im Rasen gelassen - Asche über mein Haupt! Nur zur Beruhigung: An massiver Überarbeitung hat das zum Glück nicht gelegen, aber über unser Mondfest-Gambling-Weekend in Macau und auf der Rennbahn die Tage mehr. :-)
Heute möchte ich euch eine kleine Anekdote zum Einblick in die Bürokratie meiner Wahlheimat geben. Moment... Sagte die Deutschnase gerade was von Bürokratie?? Kann das denn schlimmer sein als in Germanien??? Ohja, es kann! Was aber viel mehr auffällt als die Vielzahl von Regeln ist eine unglaubliche, blinde Treue zu selbigen. Wer behauptet "Das haben wir immer so gemacht!" und "Es ist so vorgeschrieben." seien diskussionsungeeignete Totschlagargumente, sollte mal vorbeischaun und staunen wie vielseitig diese beiden Freunde anwendbar sind.
Aber genug Vorgeplänkel... Mein selbst erlebtes Fallbeispiel dreht sich um die Einführung in unseren campuseigenen Fitnessraum, die für jeden, der ihn benutzen will Pflicht ist. Hierfür gibt es 2 Termine: Einen nächste Woche, einen übermorgen.
Bisher habe ich es eigentlich immer geschafft, mir quer durch die Weltgeschichte derartige Kurse zu ersparen, indem ich wen auch immer davon überzeugt habe, dass ich mich auskenne und mir schon die Hanteln nicht um den Hals wickeln werde. Dass das hier nix wird, war mir recht schnell klar, so dass ich mich brav eingeschrieben habe, was folgendermaßen abläuft:
1) Formular ausfüllen mit allen möglichen persönlichen Daten und gewünschtem Termin
2) Kopie des Studentenausweises (Vorder- und Rückseite) machen, der nebenbei erwähnt nochmal die gleichen Daten enthält
3) Formular und Kopie und ein Passfoto ins Sports Centre tragen (ca. 10 Minuten Fußmarsch)
4) Versuchen die 50 HK$ Bearbeitungsgebühr mit einem 100er zu zahlen, was in einer Coke zum Geld wechseln bei 7-Eleven endete ("Sorry, wir haben kein Wechselgeld!")
5) Abgabe der fertigen "Bewerbungsmappe"
6) Platzvergabe nach dem Prinzip First-Come-First-Serve - im Prinzip könnte man jetzt also wissen, welchen Termin man gekriegt hat. Fehlanzeige: Darüber wird 2 Wochen später per Aushang im Sports Centre informiert (Hallo Fußmarsch! :-)
---2 Wochen später---
7) Feststellen, dass man am Abend des 18. den Kurs hat, wo auch Flo in HK ankommt (JAWOLLE, noch ein Taaag! :-)
8) Zurück zum Sports Centre mit der Bitte um die Namen der Teilnehmer des 2. Termins, um sich einen Tauschpartner zu suchen.
9)"Sorry, das ist nicht möglich"
"Warum nicht?"
"Wegen der Regeln."
"Das ist ja schön und gut - ich will ja auch nicht, dass irgendwo mehr Menschen teilnehmen als bisher. Ich möchte mir lediglich jemanden zum Tauschen suchen."
"Das ist nicht möglich."
(Dejavu)"Warum nicht?"
"Weil wir Dokumente für Sie vorbereiten müssen - wenn wir das jetzt tauschen bringt das hier alles durcheinander."
"Dann nehme ich einfach die Dokumente für meinen Tauschpartner und er dann meine mit."
Na wie mag da wohl die Antwort ausgefallen sein? (Tipp: Einfach mal oben lesen ;-)
Also werd ich mich morgen abend wohl oder übel mal in die hohe Kunst des Work Outs einführen lassen - sorry Flo! :-)
Aber so isses halt... Und mir gefällt's hier trotzdem!
Stimmung: "Bestens" durchorganisiert
Wetter: Also man gewöhnt sich an fast alles...
Gesamtlage: Passt!
PS: In 1,5 Stunden steht mit einer Gruppenpräsentation mein erster offizieller Amtsakt als Student hier an: Der kulturelle Wandel in der japanischen Gesellschaft des 20. Jhs. und seine Auswirkungen auf die HR-Strategien beim japanischen Elektrokonzern Matsushita... (Nur dasses hier nicht heißt ich schaff nix)
Also bis bald! Der HaKaHa
Heute möchte ich euch eine kleine Anekdote zum Einblick in die Bürokratie meiner Wahlheimat geben. Moment... Sagte die Deutschnase gerade was von Bürokratie?? Kann das denn schlimmer sein als in Germanien??? Ohja, es kann! Was aber viel mehr auffällt als die Vielzahl von Regeln ist eine unglaubliche, blinde Treue zu selbigen. Wer behauptet "Das haben wir immer so gemacht!" und "Es ist so vorgeschrieben." seien diskussionsungeeignete Totschlagargumente, sollte mal vorbeischaun und staunen wie vielseitig diese beiden Freunde anwendbar sind.
Aber genug Vorgeplänkel... Mein selbst erlebtes Fallbeispiel dreht sich um die Einführung in unseren campuseigenen Fitnessraum, die für jeden, der ihn benutzen will Pflicht ist. Hierfür gibt es 2 Termine: Einen nächste Woche, einen übermorgen.
Bisher habe ich es eigentlich immer geschafft, mir quer durch die Weltgeschichte derartige Kurse zu ersparen, indem ich wen auch immer davon überzeugt habe, dass ich mich auskenne und mir schon die Hanteln nicht um den Hals wickeln werde. Dass das hier nix wird, war mir recht schnell klar, so dass ich mich brav eingeschrieben habe, was folgendermaßen abläuft:
1) Formular ausfüllen mit allen möglichen persönlichen Daten und gewünschtem Termin
2) Kopie des Studentenausweises (Vorder- und Rückseite) machen, der nebenbei erwähnt nochmal die gleichen Daten enthält
3) Formular und Kopie und ein Passfoto ins Sports Centre tragen (ca. 10 Minuten Fußmarsch)
4) Versuchen die 50 HK$ Bearbeitungsgebühr mit einem 100er zu zahlen, was in einer Coke zum Geld wechseln bei 7-Eleven endete ("Sorry, wir haben kein Wechselgeld!")
5) Abgabe der fertigen "Bewerbungsmappe"
6) Platzvergabe nach dem Prinzip First-Come-First-Serve - im Prinzip könnte man jetzt also wissen, welchen Termin man gekriegt hat. Fehlanzeige: Darüber wird 2 Wochen später per Aushang im Sports Centre informiert (Hallo Fußmarsch! :-)
---2 Wochen später---
7) Feststellen, dass man am Abend des 18. den Kurs hat, wo auch Flo in HK ankommt (JAWOLLE, noch ein Taaag! :-)
8) Zurück zum Sports Centre mit der Bitte um die Namen der Teilnehmer des 2. Termins, um sich einen Tauschpartner zu suchen.
9)"Sorry, das ist nicht möglich"
"Warum nicht?"
"Wegen der Regeln."
"Das ist ja schön und gut - ich will ja auch nicht, dass irgendwo mehr Menschen teilnehmen als bisher. Ich möchte mir lediglich jemanden zum Tauschen suchen."
"Das ist nicht möglich."
(Dejavu)"Warum nicht?"
"Weil wir Dokumente für Sie vorbereiten müssen - wenn wir das jetzt tauschen bringt das hier alles durcheinander."
"Dann nehme ich einfach die Dokumente für meinen Tauschpartner und er dann meine mit."
Na wie mag da wohl die Antwort ausgefallen sein? (Tipp: Einfach mal oben lesen ;-)
Also werd ich mich morgen abend wohl oder übel mal in die hohe Kunst des Work Outs einführen lassen - sorry Flo! :-)
Aber so isses halt... Und mir gefällt's hier trotzdem!
Stimmung: "Bestens" durchorganisiert
Wetter: Also man gewöhnt sich an fast alles...
Gesamtlage: Passt!
PS: In 1,5 Stunden steht mit einer Gruppenpräsentation mein erster offizieller Amtsakt als Student hier an: Der kulturelle Wandel in der japanischen Gesellschaft des 20. Jhs. und seine Auswirkungen auf die HR-Strategien beim japanischen Elektrokonzern Matsushita... (Nur dasses hier nicht heißt ich schaff nix)
Also bis bald! Der HaKaHa
Montag, 8. September 2008
Daytrip nach Lantau Island
Am gestrigen Sonntag war ich mit einer kleinen Gruppe "Leidens"genossen mal draußen aus "High-Rise-Hong-Kong" - und zwar auf der grünen Insel Lantau Island, die zwar mehr als doppelt so groß ist wie Hong Kong Island, aber nur von ca. 50.000 Seelen bewohnt wird.
Neben einer der größten Freiluft-Buddha-Statuen gibt es dort bildhübsche Wanderwege durch die Natur, Tempel und malerische Fischerdörfer zu bestaunen, bei denen mal ganz schnell vergisst wie nah man doch eigentlich am pulsierenden Herz Hong Kongs dran ist und sich ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurück versetzt fühlt.
Davon abgesehen findet sich auf Lantau auch das Hong Kong Disneyland und in direkter Nachbarschaft der bereits erwähnte Chep Lap Kok Airport, für den eine teilweise über 100m hohe Insel abgetragen und das übrig gebliebene Material davor aufgeschüttet wurden. Beinahe hätte es damals sogar Lantau selbst erwischt, aber zum Glück kam die Insel nochmal davon. Genug erzählt... Seht selbst!
Ansonsten geht's mir soweit prima. Natürlich schwer im "Stress" von einem Termin zum nächsten (man hat's nicht leicht als Student ;-), aber das passt schon. Seit letzter Woche bin ich auch ganz fleißig am Studieren und meinen Stundenplan umbauen. Mit arbeiten ist zur Zeit aufgrund fehlender Working Permit leider noch nix, aber das sollte sich jetzt auch im Laufe der Woche geben. Hierzu bei Gelegenheit mehr...
Jetzt erstmal noch nen schönen Tag ins kalte Germanien!
Stimmung: Top-erholt nach 1-Tages-Kurzurlaub
Wetter: Es hat sogar mal geregnet (kratzt die Temperatur halt wenig ;-)
Gesamtlage: Thumbs up!
Grüße
Der Hongkonghesse
Neben einer der größten Freiluft-Buddha-Statuen gibt es dort bildhübsche Wanderwege durch die Natur, Tempel und malerische Fischerdörfer zu bestaunen, bei denen mal ganz schnell vergisst wie nah man doch eigentlich am pulsierenden Herz Hong Kongs dran ist und sich ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurück versetzt fühlt.
Davon abgesehen findet sich auf Lantau auch das Hong Kong Disneyland und in direkter Nachbarschaft der bereits erwähnte Chep Lap Kok Airport, für den eine teilweise über 100m hohe Insel abgetragen und das übrig gebliebene Material davor aufgeschüttet wurden. Beinahe hätte es damals sogar Lantau selbst erwischt, aber zum Glück kam die Insel nochmal davon. Genug erzählt... Seht selbst!
Ansonsten geht's mir soweit prima. Natürlich schwer im "Stress" von einem Termin zum nächsten (man hat's nicht leicht als Student ;-), aber das passt schon. Seit letzter Woche bin ich auch ganz fleißig am Studieren und meinen Stundenplan umbauen. Mit arbeiten ist zur Zeit aufgrund fehlender Working Permit leider noch nix, aber das sollte sich jetzt auch im Laufe der Woche geben. Hierzu bei Gelegenheit mehr...
Jetzt erstmal noch nen schönen Tag ins kalte Germanien!
Stimmung: Top-erholt nach 1-Tages-Kurzurlaub
Wetter: Es hat sogar mal geregnet (kratzt die Temperatur halt wenig ;-)
Gesamtlage: Thumbs up!
Grüße
Der Hongkonghesse
Sonntag, 31. August 2008
Dimensionen
Folgendes Frühstücksgespräch (es gab übrigens ein Spiegelei, eine Scheibe Toast mit Butter, ein Chickensteak und ne Coke für 1,30EUR) zwischen der chinesischen Mitbewohnerin einer Kommilitonin und uns möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten. :-)
Ich: From where in China are you?
Sie: It's a city not far from Shanghai.
Ich: Mmh... What does "not far" mean in Chinese dimensions?
Sie: Oh, it's only 5 hours away..
Wir: [Gelächter, großes.]
Sie: What? By plane it's only one and a half hour.
Ich: What's it called? Is there a chance that we might know it?
Sie: I don't think so. It's a very small town.
Ich (misstrauisch): Soo... What's "small" in Chinese dimensions? How many people live there?
Sie: Only 2 million.
Nach einigen ausgelassenen Witzen, dass wir somit ja quasi in der Vorstadt von Berlin, Paris, Rom, London, Moskau und was immer sonst leben war die Gute dann völlig verwirrt. :-)
Welcome to China!
Ich: From where in China are you?
Sie: It's a city not far from Shanghai.
Ich: Mmh... What does "not far" mean in Chinese dimensions?
Sie: Oh, it's only 5 hours away..
Wir: [Gelächter, großes.]
Sie: What? By plane it's only one and a half hour.
Ich: What's it called? Is there a chance that we might know it?
Sie: I don't think so. It's a very small town.
Ich (misstrauisch): Soo... What's "small" in Chinese dimensions? How many people live there?
Sie: Only 2 million.
Nach einigen ausgelassenen Witzen, dass wir somit ja quasi in der Vorstadt von Berlin, Paris, Rom, London, Moskau und was immer sonst leben war die Gute dann völlig verwirrt. :-)
Welcome to China!


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